Chronik
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stellte der Hamburger Kaufmann Heinrich CORDES den Chemiker Rudolf SCHRÖTER als Hauslehrer für seinen Sohn an. SCHRÖTER hatte sich außerhalb seines Lehrberufes bereits mit einer Reihe wissenschaftlicher Probleme befasst und sich insbesondere für geologische Fragen interessiert. Bei der Suche nach Silbervorkommen im Karwendelgebirge stieß er auf ein bituminöses Gestein, aus dem die Einwohner der Seefelder Umgebung ein Öl von sehr charakteristischem Geruch erzeugten, das unter dem Namen Dirschenöl oder Stinköl über die dortige Gegend hinaus seit langer Zeit als Heilmittel bei Mensch und Tier bekannt war. SCHRÖTERS Interesse erwachte. Es gelang ihm, ein Verfahren zu entwickeln, das das Öl in eine wasserlösliche Form verwandelte.
Bei der Namensgebung ließ er sich von den Abdrücken von Fischfossilien anregen und aus Ichthys (griechisch für Fisch) und Oleum (latein für Öl) entstand der Produktname „ICHTHYOL®“. SCHRÖTER konnte Heinrich CORDES für seine Idee gewinnen und nach therapeutischen Versuchen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurde 1884 von Heinrich CORDES und Gustav HERMANNI die ICHTHYOL-GESELLSCHAFT Cordes, Hermanni & Co. zu Seefeld gegründet.
Historische Lore / Diente zum Transport von Ölschiefergestein aus dem Untertagewerk.
Vor 200 Millionen Jahren schuf die Natur die Basis für die Entstehung von ICHTHYOL®. Die Gegend der heutigen Alpen rund um Seefeld in Tirol und des Juras bestand zu dieser Zeit aus einer flachen Lagune.
Auf dem Lagunengrund lagerten sich in Form von organischem Material abgestorbene Kleinstlebewesen in einer Schlammschicht ab. Bestimmte Bakterien konnten in dieser „Biomasse“ überleben und wandelten sie in eine ölige, zähe Flüssigkeit um.
Durch die Entstehung der Alpen und des Juras vor etwa 30 – 40 Millionen Jahren wurde der ehemalige Lagunengrund mit den Einlagerungen organischen Materials nach Ablauf geologischer Prozesse in großen Höhen zumeist unzugänglich im Innern der Berge versteckt.
Eingang eines ehemals genutzten Stollens in Seefeld.
Für die Gewinnung von ölhaltigem Schiefergestein, der Vorstufe des ICHTHYOL®, bestehen heute Vorkommen in Seefeld/Tirol und südlich von Genf, im Französischen Jura.
Somit stellt das ICHTHYOL® ein Produkt aus der Natur dar. Für die Gewinnung wird der hochschwefelreiche Ölschiefer schonend geschwelt. Das so gewonnene Öl wird anschließend gereinigt, um es für medizinische Zwecke verwenden zu können. Danach wird das Öl in eine wasserlösliche Form gebracht. Nach diesem Verfahren wird bereits seit 1884 das DUNKLE ICHTHYOL® hergestellt.
Der bekannte Hamburger Hautarzt P.G. Unna führte 1885 das ICHTHYOL® als Rezeptursubstanz in die Humanmedizin ein.
1925 wurden die ersten Arzneimittel mit ICHTHYOL® unter dem Markennamen ICHTHOLAN® eingeführt.
1933 ist es durch die Forschung der ICHTHYOL-GESELLSCHAFT gelungen, zusätzlich ein HELLES ICHTHYOL® zu entwickeln. Dieses wird auch in der Humanmedizin eingesetzt.
Durch die gute Wasserlöslichkeit des DUNKLEN und des HELLEN ICHTHYOL® ist die Voraussetzung gegeben, eine Vielzahl von galenischen Formulierungen (z. B. Cremes, Salben, Gele, Lösungen, Zäpfchen) herzustellen.
Darüber hinaus haben wir für die Tiermedizin eine weitere dunkle ICHTHYOL®–Substanz entwickelt, die international als ICHTHAMMOL® bekannt ist.
1994 wurde speziell für die Kosmetikindustrie eine weitere HELLE ICHTHYOL®–Substanz hergestellt, die unter der Bezeichnung ICHTHYOL® PALE bekannt ist.
Aufgrund ihres breiten Wirkspektrums wird sie in der Kosmetik für Shampoos und Cremes verwendet.
2007 haben wir zusätzlich eine Gel-Formulierung für die Behandlung von Tiererkrankungen auf den Markt gebracht.




