Hochschwefelhaltiger Ölschiefer aus dem Französischen Jura mit feinschichtigem Wechsel zwischen fossilierter Biomasse aus Phytoplankton und Kalkstein.

Herstellung

ICHTHYOL® PALE hat eine äußerst interessante Entwicklungsgeschichte. Geowissenschaftlich betrachtet geht sein Ursprung auf Ablagerungen von mikroskopisch kleinen Algen (Phytoplankton) in einem speziellen Lagunen-Milieu des Alpenraums der Erdmittelzeit (Mesozoikum) zurück. Unter bestimmten Bedingungen konnte beim biologischen Abbau des marinen Phytoplanktons durch Sulfat-reduzierende Bakterien (anaerob) reichlich organisch gebundener Schwefel in der Biomasse gebildet werden. Durch diagenetische Prozesse bildeten sich aus den periodischen Ablagerungen im Laufe der Zeit schieferartige Sedimentgesteine (Ölschiefer) heraus, welche die maritime Biomasse heute in verfestigter Form enthalten.

Die Gewinnung aus den im Berg befindlichen Lagerstätten und die weitere Herstellung von ICHTHYOL® PALE sind technisch äußerst aufwändig. Nach Ablauf geologischer Prozesse sind qualitativ geeignete, hochschwefelhaltige Ölschiefervorkommen in den Alpen und dem Französischen Jura unzugänglich im Innern der Berge versteckt und müssen daher in einem komplizierten Kammerbau abgebaut werden.

Bei der dem Abbau folgenden Trockendestillation wird der Ölschiefer schonend unter Luftausschluss erhitzt damit die enthaltene Biomasse sich nur soweit zersetzt, dass sie aus der festen in eine flüssige Form übergehen kann. Das Schieferöl liegt zunächst in einer Mischung mit Wasser vor und muss von letzterem in einer weiteren Prozessstufe durch eine Phasentrennung noch separiert werden.

Der Prozess der Trockendestillation von Ölschiefer wird durch die vorhandenen großen Mengen tauben Gesteins erschwert, da sich in der Feinstruktur der Sedimente nicht verwertbare, kalksteinhaltige Schichten mit den Biomasse enthaltenden abwechseln. Auch das taube Gestein muss aber im Prozess mit erhitzt werden, so dass in Bezug auf die Ölausbeute ein relativ großer Energieeinsatz erforderlich ist. Zur Energieeinsparung ist der Herstellungsprozess mit einem ausgefeilten Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet.

Werk Seefeld

Die Herstellung von ICHTHYOL® PALE erfolgt in einem eigens dafür eingerichteten Betrieb in Seefeld, Österreich. Das Werk arbeitet gemäß Anforderungen für Arzneiwirkstoffe nach den Leitlinien einer guten Herstellungspraxis (GMP). Das GMP-System trägt dafür Sorge, dass alle ICHTHYOL® Substanzen am Standort reproduzierbar in der geforderten (Arzneibuch-) Qualität hergestellt werden.

Vakuumdestillation

Das Schieferöl wird in einer Vakuumdestillation in mehrere Fraktionen aufgetrennt. Für die Herstellung von ICHTHYOL® PALE wird die leichtflüchtigste dieser Fraktionen herangezogen.

Rührkesselreaktoren

Durch Sulfonierung und anschließende Neutralisation wird das Öl wasserlöslich gemacht. Auf diese Weise entsteht ICHTHYOL® PALE als Natriumsalz eines hellen sulfonierten Schieferöls.

Die für den Kosmetikbereich entwickelte helle ICHTHYOL®-Variante (INCI: Sodium Shale Oil Sulfonate) zeichnet sich neben ihren vielfältigen Wirkeigenschaften durch hohe Reinheit, gute Verträglichkeit und eine äußerst angenehme Anwendbarkeit aus.

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